Tafelspitz kann man auch grillen

Hierzulande kennt man die Zubereitung von Tafelspitz als Gericht vor allem schlicht durch Kochen. Das muss aber nicht die einzige Art, Tafelspitz zu servieren, bleiben. Denn Tafelspitz kann man auch grillen - und damit einen noch bissigeren Gaumenschmaus erschaffen.

Statt Kochen einfach mal Grillen

Tafelspitz kann man auch grillen Ganz basal erklärt, ist der Tafelspitz ein bestimmtes Stück vom Rind oder Kalb, nämlich der vordere Teil des Schwanzstücks. Dieses Stück besitzt auf der Haut zugewandten Seite immer eine besondere Fettschicht.

Beim klassischen Gericht Tafelspitz, das aus Österreich und Bayern stammt, wird dieses Stück Fleisch schlicht in Wasser oder Brühe gekocht - ganz herkömmlich also. Doch in anderen Ländern ist es absolut üblich, Tafelspitz zu grillen.

In Südamerika, zum Beispiel in Brasilien heißt diese Art der Zubereitung von Tafelspitz "Picanha". Der entscheidende Unterschied zwischen den Gerichten "Tafelspitz" und "Picanha" ist, dass man bei der deutschen Variante die erwähnte Fettschicht vor dem Kochen entfernt. Beim Picanha hingegen bleibt diese einfach am Fleisch erhalten. Dadurch wird ein Austrocknen des Fleisches beim Grillen verhindert und man erhält einen sehr herzhaften Geschmack, der deutlich anders ist als beim Gericht Tafelspitz.

In Südamerika heißt es Picanha grillen

Die Zubereitung läuft beim Picanhagrillen üblicherweise wie folgt ab und unterscheidet sich kaum davon, ein Steak richtig zu braten. Das Fleisch wird in gleichmäßig große, etwa zwei bis drei Zentimeter dicke Scheiben geschnitten. Darauf wird Meersalz gestreut. Nun lässt man diese Kombination einige Minuten, am besten rund 10 Minuten einwirken. Dann werden die einzelnen Scheiben auf Spieße gesteckt. Wichtig ist es hierbei, darauf zu achten, dass sich die jeweiligen Fettschichten außen an den Scheiben befinden.

Die Spieße samt Fleisch werden anschließend über einer sehr heißen Glut eines Grills bei direkter Hitze gegrillt. Dabei sollten die Spieße gleichmäßig über der Glut gedreht werden. Falls möglich, verwendet man dafür am Besten elektrisch betriebene Spieße, solche stellen die Gleichmäßigkeit des Drehens sicher. Außerdem hat man dann die Hände frei, um andere Vorbereitungen zu treffen. Die Regelmäßigkeit der Rotation verhindert zudem, dass Fett in die Glut tropft. Denn diese Fettummantelung soll natürlich erhalten bleiben, ist sie doch ein wichtiges, geschmacksgebendes Element, wenn man Picanha grillen möchte.

Wenn das Fleisch eine schön braune Färbung angenommen hat, sollte das Grillen erledigt sein. Dann nimmt man die Spieße vom Grill und schneidet die Scheiben in ganz feine Tranchen. Besonderes Augenmerk sollte man darauf legen, dass das Messer, mit dem man das Fleisch nun weiter kleiner schneidet, ausreichend scharf ist. Natürlich sollte man bei dieser Gelegenheit auch kontrollieren, ob das Fleisch überhaupt ausreichend durch ist. Anderenfalls steckt man es noch einmal auf die Spieße und lässt es noch ein wenig über dem Grill rotieren.

Kompletten Tafelspitz grillen

Es gibt auch noch eine weitere Methode, Tafelspitz zu grillen. Jene funktioniert auf die Weise, dass man das komplette Stück Tafelspitz indirekt grillt. Dies dauert insgesamt zwischen 20 und 30 Minuten. Während des Grillens kommt es vor, dass sich der Tafelspitz deutlich sichtbar aufbläht. Was ein wenig merkwürdig aussieht, ändert jedoch nichts am guten Geschmack. Es ist lediglich ein Zeichen dafür, dass das Fleisch nun gewendet werden muss. Bläht es sich danach erneut auf, ist es an der Zeit, das Stück Fleisch vom Grill zu holen und es je nach Belieben zu servieren.

Eine dritte Methode, Tafelspitz zu grillen, ist jene, ihn in etwa drei Zentimeter dicke Steaks zu schneiden. Diese als Steak richtig zu grillen, fällt dann nicht mehr schwer. Es läuft genauso ab, wie bei jedem herkömmlichen Steak. Allerdings sollte man, um das Steak richtig zu grillen, nicht weiter gehen als bis zur Garstufe rare oder medium. Bemerkenswerterweise wird ein gut durchgebratener Tafelspitz nämlich äußerst zäh und ist dann beinahe ungenießbar. Pfeffern sollte man auch den Tafelspitz so, wie man jedes Steak richtig grillen und würzen muss, erst nach dem Garvorgang. Der Pfeffer verbrennt sonst schlicht über der Glut.

Einfach bewerkstelligt - großer Effekt

Wie man sieht, gibt es mehrere Wege, Tafelspitz oder Picanha zu grillen. All diese fordern nur wenig Geschicklichkeit und im Wesentlichen unterscheidet es sich nicht, ob man nun Picanha grillen oder ein herkömmliches Steak richtig braten möchte. In jedem Fall kann man beim Tafelspitzgrillen ein eigentlich klassisch süddeutsches Gericht auf sehr einfache Weise zu einem echt südamerikanisch angehauchten Genuss wandeln und sich und seinen Gästen etwas Neues kredenzen.