Dank sei den Orthopäden

dank-sei-den-orthopaeden.png Leserbericht:
Ich erinnere mich an diesen Tag als wäre es gestern gewesen, obwohl ich erst 7 Jahre alt war. Es war der erste Tag in den Sommerferien, auf die wir so lange gewartet hatten. Ich kletterte mal wieder über den Gartenzaun, um meinen besten Freund zu besuchen, der nebenan wohnte. Wir stellten zusammen immer eine Menge Blödsinn an. An diesem Tag hatten wir einen Wettstreit geplant. Zu unserem Glück war sein Vater an bei der Arbeit und seine Mutter war einkaufen gegangen. Sie hätte es sicherlich verboten, denn der Austragungsort sollte die Holztreppe sein, die vom 1. Stock zum ausgebauten Dachboden führte.

Abwechselnd stiegen wir immer eine Stufe höher und sprangen auf eine am Boden ausgebreitete Decke. Wer sich keine Stufe mehr höher traute, war der Verlierer. Natürlich wollte keiner von uns beiden der Verlierer sein und wir stiegen immer höher. Wir hatten schon eine beträchtliche Höhe erreicht, als ich wieder an der Reihe war. Leider wurde das Spiel dadurch beendet, dass ich bei der Landung stürzte und auf meinen Arm fiel. Die Schmerzen waren unerträglich und ich schrie wie am Spieß als die Mutter meines Freundes nach Hause kam. Sofort brachte sie mich zu meinen Eltern, die mich ins Auto setzten. Unser Ziel war der Orthopäde Kiel. Wir wurden sehr freundlich empfangen und kamen sofort dran.

Der Orthopäde lenkte mich wunderbar von den schrecklichen Schmerzen ab, indem er mir spannende Geschichten erzählte, die er als Orthopäde bereits erlebt hatte. Auch seine ganzen Kollegen, die in Praxen in Norddeutschland verteilt sind, bezog er in seine Geschichten mit ein. Ich hörte die ganze Zeit interessiert zu als es um Unfallchirurgie, ästhetische Chirurgie oder Sportmedizin ging. Während er erzählte, legte er mir eine Schiene an, die ich leider die gesamten Sommerferien tragen musste. Zunächst war ich sehr deprimiert, da ich nun mit meinen Freunden nicht mehr im See baden gehen konnte. Als sich aber die ersten meiner Freunde auf meiner Schiene verewigt hatten und mir lustige Sachen in bunten Farben darauf schrieben, war es nicht mehr so schlimm, dass ich nur mit den Füßen ins Wasser konnte. Der Orthopäde schnitt die Schiene am Ende der Sommerferien ganz vorsichtig auf und ich durfte sie schließlich mit nach Hause nehmen und mich immer wieder über all die tollen Sprüche meiner Freunde freuen. Für mich war danach klar, dass ich nun immer zu dort hin gehen werde, wenn mir beim Spielen mit meinem Freund etwas passiert.